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Christoph Görg, Institutionalisierte Sorgenfalten. Weltkonferenzen und die Widersprüche globaler Herrschaft (Juli 2002) Der vorläufige Höhepunkt des Marathons naht. Nachdem im Anschluss an die UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro von 1992 die Weltkonferenzen in kurzen Zeitabständen aufeinander folgten, kommt nun die groß angekündigte Bilanz. Doch schon lange hat sich der »Geist von Rio« als höchst flatterhaftes Wesen offenbart. Was am Anfang der 90er Jahre noch als Anbruch einer »Neuen Weltordnung« mit vielen Hoffnungen versehen wurde, befindet sich schon länger in einer Sackgasse. Spätestens seit den Konflikten um die Welthandelsorganisation WTO in Seattle 1999 ist die neoliberale Globalisierung als Weltunordnung kenntlich geworden. (0 Kommentare)
Moshe Zuckermann, Vielerlei Holocaust? Teil II einer Diskussion mit dem israelischen Historiker Moshe Zuckermann (Juli 2002) Auf der einen Seite ist es Idiotie, wenn man abstrakt das Existenzrecht Israels wegdiskutiert. Begriffe wie Imperialismus, Zionismus und Rassismus werden da häufig sehr schnell vermengt und dann stellt sich heraus, dass Israel eigentlich kein Existenzrecht habe. Auf der anderen Seite tut man Israel auch mit einer unbedingten und fast schon mechanischen Solidarität um jeden Preis keinen Gefallen. Ich habe das Gefühl, dass beides eher mit deutschen Befindlichkeiten zu tun hat als mit der nahöstlichen Realität. Also: Ihr Problem hier ist ein Problem, dass wir als Ihr Problem hier debattieren können. Aber die Realität im Nahen Osten verlangt, dass sie Maßstab der Betrachtung ist und nicht projizierte Befindlichkeiten. (5 Kommentare)
Michael Fischer, New World Order statt Weltherrschaft. "Globale Sicherheit" aus transatlantischer Perspektive (Juni 2002) Die "New World Order", unter der Administration Bush senior erdacht, scheint schärfere Konturen zu bekommen, farbenreicher zu werden. Aus "Aggressor- und Schurkenstaaten" sind "Terrorstaaten" geworden. Der neue "Kalte Krieg" heißt "Kampf gegen den Terror". Mit dem Ende der Blockkonfrontation und der entsprechenden Abschreckungspolitik ist die Welt nicht sicherer oder friedlicher geworden. (2 Kommentare)
Oliver Klauke, Die Umarmung der unverbrüchlichen Freunde. Bushs historische Rede vor dem Bundestag (Juni 2002) George W. Bush benahm sich während seines Staatsbesuches in Berlin laut einhelliger Meinung überhaupt nicht wie ein Kriegstreiber, sondern wie ein wahrhaft weltmännischer Diplomat. Als hätte er ein Flugblatt der Globalisierungskritiker von attac gelesen, betonte er in seiner Rede vor dem Bundestag, daß der internationale Terrorismus sich in Ländern festsetze, in denen Armut und Elend vorherrschend seien und man deshalb eine bessere Welt schaffen müsse, um den Terror endgültig zu besiegen. Die historischen Vergleiche des George W. Bush, mit denen er unter dem schallenden Applaus seiner unverbrüchlichen Freunde den "Krieg gegen den Terror" auf die Höhe der geschichtlichen Tragödie zu heben sucht, erscheinen schon nach kurzem Hinsehen als eine Farce. (1 Kommentar)
Uri Avnery, Verräter oder Patriot? (Mai 2002) Im Dritten Reich war Carl von Ossietzky ein Verräter. Die Masse des Volkes lief dem Rattenfänger von Hameln nach. Eine ungeheure Propagandamaschinerie trommelte zum Krieg. Anders-denken war Verrat. Auf Verrat stand Todesstrafe. Er wurde zu Tode gefoltert. (1 Kommentar) Seite: 1
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