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Christoph Jünke, Realismus, Utopie und Selbstkritik. (November 2004) Die zentralen Probleme, vor denen auch die deutsche Linke politisch wie theoretisch steht, sind noch immer ohne wirkliche Lösung. Die Erfahrung aber, die wir mit den vielfältig gescheiterten praktischen Versuchen haben, muß gehoben werden. Und sie kann nur ohne die typische Strömungsarroganz gehoben werden. Die theoretisch verarbeiteten Erfahrungen eines Peter von Oertzen werden in einer solchen Diskussion sicherlich nicht den letzten Platz einnehmen. (0 Kommentare)
Dirk Vogelskamp, Krieg gegen die Armen. Die europäische Migrationspolitik wird immer rücksichtsloser (November 2004) Der Vorschlag, Flüchtlingslager außerhalb der EU-Grenzen zu errichten, ist nicht neu. Bereits im März 2003 legte die britische Regierung Konzeptionen für von der EU finanzierte und vom UNHCR verwaltete "Flüchtlingsreservate" in den Herkunftsregionen der Flucht- und Wanderungsbewegungen vor. Sie orientierte sich dabei am Modell jener Flüchtlingslager, wie sie in Mazedonien und Albanien während des NATO-Menschenrechtskrieges im Kosovo errichtet wurden. Gemäß der britischen Vorstellungen sollten in diesen Flüchtlingsschutzzonen nach einer Karenzzeit mögliche Asylanträge entgegengenommen und bearbeitet werden. (0 Kommentare)
Alexander Flores, Eine schwache One-Man-Show. Hintergründe der jüngsten innerpalästinensischen Auseinandersetzungen (November 2004) Die krisenhaften Ereignisse der letzten Wochen in Gaza zeigen, daß die Autorität der palästinensischen Autonomiebehörde und ihres Chefs Jassir Arafat noch stärker als in der Vergangenheit ins Wanken geraten ist. Damit folgen die Palästinenser einem Trend der gesamten arabischen Welt: der zunehmenden Infragestellung bestehender Regimes. Inzwischen liegt Arafat im Sterben und die Nachfolge ist ungeklärt. (0 Kommentare)
Marcus Hawel, Die offene Wunde Auschwitz. Eröffnungsrede zur Antisemitismustagung vom 10. Oktober 2004 in Hannover (Oktober 2004) Die Frage nach den Gründen, wie und warum es zu Auschwitz kommen konnte, scheint in der Öffentlichkeit wieder vermehrt gestellt zu werden. Hat das damit zu tun, daß im nächsten Jahr als vergangenheitspolitisches Ritual sich zum 60. Mal der Befreiung von Auschwitz erinnert wird und es demzufolge turnusgemäß wieder an der Zeit wäre, sich in Form eines Staatsaktes, in Sonntagsreden und in den Feuilletons dem Thema zuzuwenden? Vielleicht aber ist jenseits des stupiden Automatismus der Rituale hinsichtlich der Aufarbeitung der Vergangenheit mittlerweile eine Phase erreicht worden, die die Frage nach dem Warum auf eine Weise zu stellen möglich macht, wie sie nach 1945 nur ganz zu Anfang Gehör fand und dann bald durch den Kalten Krieg schon nicht mehr möglich war. Heute hat der Antikommunismus seinen Gegenstand, das ist der realexistierende Sozialismus, verloren. Mit der Auflösung der bipolaren Welt sollten sich deshalb im Westen Rechtfertigungszwänge und Denkblockaden verflüchtigt haben, was eine neue Unbefangenheit im Finden von Antworten erwarten läßt. Aber ist das wirklich so? (3 Kommentare)
Gregor Kritidis, Über die Lohnarbeitsverhältnisse hinausdenken. Der Sammelband "Utopie und Arbeit" diskutiert die Konsequenzen aus der Krise der Lohnarbeitsgesellschaft (Oktober 2004) Es ist den Herausgebern Tatjana Freytag und Marcus Hawel gelungen, 15 namhafte Autoren - neben anderen André Gorz und Moshe Zuckermann - auf die Frage zu fokussieren, welche Wege aus der gegenwärtigen Krise der (Lohn-)Arbeitsgesellschaft denkbar sind. Vor dem Hintergrund der Versuche, dem Problem einer weltweit seit Jahrzehnten verfestigten Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit mit der Ausdehnung von Niedriglohnsektoren zu begegnen, kommt diesem Buch brennende Aktualität zu. (0 Kommentare) Seite: 1
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