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Sven Oliveira Cavalcanti, Die linke Frage. (Oktober 2004) Man denke sich für einen Moment den ganzen Plunder beiseite: Ein Militär, welches menschliche Arbeitskraft in solchem Maße und solcher Nutzlosigkeit bündelt; Werbetreibende, die an Verkauf und Verpackung arbeiten, Bürokratien, die den status quo verwalten – all jenes sei nur einen Moment in produktive Tätigkeit umgedacht. Konkurrierende Konzerne, deren Produkte sich qualitativ nur graduell unterscheiden – welches Unmaß an menschlicher Arbeitskraft bindet all dies? Was braucht es wirklich an menschlicher Arbeit im Zeitalter der Nanotechnologie, um ein materiell würdiges Leben zu gewährleisten? Utopisch mag klingen, was nichts anders als die Grundlage des Marxschen Blicks ist.
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www.luther-der-film.de.vu, Die unbekannten Seiten des Martin Luther. (Juli 2004) Seinen Zitaten nach könnte es Martin Luther locker mit Hitlers "Mein Kampf" aufnehmen. Eher verwunderlich ist, daß die Nazis den Reformator nicht als geistigen Vorkämpfer entdeckten. Denn was er zum besten gab, ist an Widerlichkeit kaum zu übertreffen. Noch widerlicher ist allerdings, dass Luther bis heute unangefochten als Held der Geschichte gefeiert wird. (10 Kommentare)
Marcus Hawel, Techno ist das Extasy der Jugend. Thesen zur Loveparade (Juli 2003) Techno ist eine entpolitisierte, aber eine Jugendbewegung: Jugendliche bewegen nichts gesellschaftspolitisch, aber sie bewegen sich nach Musik. Kann man angesichts dessen überhaupt von einer Jugendbewegung sprechen? Was ist dieses Phänomen: Techno? (9 Kommentare)
Meinhard Creydt, The American Way of Life: Momente einer negativen Utopie. (März 2003) An eine sich von Ressentiments oder Schönrednereien (der "eigenen" Nation) unterscheidende Kritik der USA ist zu erinnern, wenn die Bereitschaft wieder zunimmt, jedwede Kritik an den USA mit dem Etikett 'Antiamerikanismus' in eine Schmuddelecke abzuschieben, aus der nur Unappetitliches zu erwarten sei. (0 Kommentare)
Heinz Kersten, Ideologiefabrik Hollywood. (Januar 2003) Beginnen wir – wissend, daß Vergleiche meistens hinken – mit einem Vergleich, solange noch kein Vergleichsverbot erlassen ist: Es gab mal einen Mann namens Joseph Goebbels (wer das war, wird man bald der Generation 2000 plus erst erklären müssen). Der hielt mit Lenin die Filmkunst für die wichtigste aller Künste (wobei Kunst ein sehr relativer Begriff ist). Deshalb nutzte er sie auch als wirksames Propagandainstrument. Im engeren Sinne propagandistisch war nur etwa jeder siebte der in den zwölf Jahren seiner Tätigkeit als Reichsminister für Volksaufklärung (!) und Propaganda entstandenen deutschen Filme. Aber wenn bei Kriegsausbruch drei beliebte Schauspieler – Heinz Rühmann, Josef Sieber und Hans Brausewetter (der in den letzten Kriegstagen noch umkam) – in dem Lustspiel »Paradies der Junggesellen« sangen, daß, »wenn die ganze Erde bebt und die Welt sich aus den Angeln hebt«, dies »einen Seemann nicht erschüttern« könne, paßte eine solche von Textdichter Bruno Balz, den die Nazis wegen Homosexualität schon mal acht Monate eingesperrt hatten, wahrscheinlich ganz unpolitisch gemeinte Parole genauso ins kriegerische Konzept wie Zarah Leanders Beschwörung »Davon geht die Welt nicht unter« ein halbes Jahr vor dem Stalingrad-Debakel. Da hatte der »Schirmherr des deutschen Films«, wie sich Goebbels gern nennen ließ, Unterhaltung schon für »kriegswichtig« erklärt. Als die Millionen Verführter sich drei Jahre später in den Trümmern ihrer Städte wiederfanden und sich der Propagandist des totalen Krieges mittels Gift der Verantwortung entzogen hatte, schworen die Übriggebliebenen »Nie wieder Krieg« – was sich inzwischen als ferne utopische Hoffnung erwiesen hat. (5 Kommentare) Seite: 1
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