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(80 Aufsätze)
Marcus Hawel, Kampf um globale Hegemonie. Zur Dialektik von Legalität und Legitimität. Reflexionen nach Genua (Juli 2001) Für einen politischen Kampf um Emanzipation ist man auf eine demokratische Öffentlichkeit angewiesen. Sie stellt gewissermaßen das Medium dar, innerhalb dessen sich der politische Kampf vollzieht. Der militärische Kampf, den die italienische Staatsgewalt auf der von ihr verstaatlichten Straße vollzogen hat, trägt reaktionäre, antidemokratische Züge; er funktioniert nach Kriterien, die der sozialen Bewegung die Grundlagen für eine demokratische Öffentlichkeit entziehen. Der italienische Staat hat in Genua die demokratische Öffentlichkeit in einem semi-faschistoiden Autoritarismus zu ersticken versucht.
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Utz Anhalt, Vaudou - Von der Befreiungskultur zur letzten Zuflucht. Der Petro-Kult auf Haiti (April 2001) Solange es für die überwältigende Mehrheit der haitianischen Bevölkerung keinen Ausweg aus materiellem Elend und terroristischer Herrschaft gibt, wird die moralische Kraft des Vaudou zur sozialen Emanzipation, die immer mit weltlichen Freiheitsforderungen verbunden war, auch weiterhin das Leben der Armen auf der Karibikinsel bestimmen. (3 Kommentare)
Gazi Çaglar, Verdunkelte Spiegel der Gesellschaft. Die Gefängnispolitik in der Türkei (April 2001) Gewaltsam versuchte der türkische Staat im Dezember vergangenen Jahres, die Hungerstreiks und das Todesfasten der politischen Gefangenen zu beenden. Diese protestieren vor allem gegen die Einführung moderner Isolationsgefängnisse, mit denen die politische Organisierung der großen Gefangenenkollektive gebrochen werden soll. Der Konflikt und seine lange Vorgeschichte verweisen jedoch auf ein grundsätzlicheres Problem: Polizeistaatliche Machtdemonstration auf der einen und lebensfeindlicher Märtyrerkult auf der anderen Seite. (0 Kommentare)
Marcus Hawel, Verpaßte Chancen und verspielte Freiheit. Erinnerung an eine verschlafene deutsche Revolution im Herbst 1989 (März 2001) Im nachhinein wäre es sicher besser gewesen, wenn sich die westdeutsche Linke frühzeitig mit den Möglichkeiten einer deutschen Einheit auseinandergesetzt hätte und zwar auf eine Art und Weise, die keinen Anlaß hätte bieten dürfen, sich der Deutschtümelei verdächtig zu machen. Denn: lieber ein sozialistisch-demokratisches vereintes Deutschland als eine kapitalistische Bundesrepublik und/oder eine spätstalinistische DDR. (3 Kommentare)
Gerhard Hanloser, Repressive Toleranz. Läßt der IWF seine Gegner bei der Reformierung der Finanzwelt mitreden? (März 2001) "Die jungen Leute stellen die richtigen Fragen" verkündete der Weltbank-Präsident Wolfensohn, als in Prag eine bunte Melange von Demonstranten und jugendlichen Militanten gegen das Treffen des Internationalen Währungsfonds protestierte. Ein überraschendes Statement von jemandem, der einem Verein vorsteht, dem nicht gerade nachgesagt werden kann, sich im Laufe seiner Geschichte besonders um die Meinung von Protestbewegungen gekümmert zu haben. Zu erklären ist Wolfensohns Offerte für konstruktive Kritik an IWF und Weltbank vor dem Hintergrund von zwei Entwicklungen, die sich in den letzten Jahren schrittweise anzunähern scheinen: die zunehmende Ratlosigkeit auf Seiten der Herren über Währungen, Kredite und Geldflüsse auf der einen, und die wachsende Bereitschaft der Protestbewegung, an einer Reform des Weltfinanzwesens mitzutun. (1 Kommentar) Seite: 1
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