Aktuelle Artikelvon Meinhard Creydt Der progressive Verstand setzt hoffnungsvoll auf Gegensätze zwischen der Kapitalverwertung einerseits und den ihren Logiken nicht direkt unterworfenen Sphären (Bildung, Wissenschaft, Sozialwesen u. a.) andererseits. Diese Sphären bilden einen positiven Bezugspunkt, der emanzipatorische Perspektiven fundieren können soll. Ich skizziere im folgenden den in dieser Position enthaltenen rationalen Kern, stelle die Annahme eines diesen Gesellschaftsbereichen jeweils zugeschriebenen Eigensinns infrage und umreiße Probleme, die mit der progressiven Inanspruchnahme des Eigensinns der nicht direkt kapitalistisch betriebenen Gesellschaftsbereiche verbunden sind. von Heiko Vollmann Im öffentlichen Diskurs der westlichen Gesellschaften wird Religion heute ambivalent beurteilt, sie gilt einerseits als veraltete, unmoderne und in gewissen Formen als falsche und gefährliche Bewußtseinsgestalt, andererseits wird ihr gerade für den Zusammenhalt der modernen Gesellschaft eine wichtige Funktion zugesprochen. von Stefan Janson Der Autor würdigt den Sammelband "Über Marx hinaus – Arbeitsgeschichte und Arbeitsbegriff in der Konfrontation mit den globalen Arbeitsverhältnissen des 21. Jahrhunderts", herausgegeben von Marcel van der Linden und Karl Heinz Roth. Dabei zeigt er Stärken, aber auch Schwachstellen des Buches auf. Der Autor regt an, die Gedanken weiterzudenken und eine lebendige Diskussion über die in den Beiträgen aufgezeigten Probleme emanzipatorischer Theorie zu führen. von Dirk Krüger Guatemala ist eines der wenigen lateinamerikanischen Länder, in dem die Indígenas den Genozid der kolonialen Eroberung weitgehend überlebt haben, so dass sie bis heute die Bevölkerungsmehrheit stellen. Die folkloristische Vermarktung ihrer Kultur durch die Tourismusindustrie ist nur das letzte Kapitel einer langen Geschichte fremdbestimmter Ausbeutung. Das bedeutendste Kapitel aber reicht weiter zurück, genauer gesagt bis ins 19. Jahrhundert. Der Autor zeigt den Zusammenhang zwischen der Etablierung des Export-Schlagers Kaffee, der Entrechtung und Verarmung der indigenen Bevölkerung und dem liberalen Herrschaftsmodell auf. von Gregor Kritidis Die Botschaft des informellen EU-Krisengipfels am 11. Februar war eine doppelte: Im äußersten Notfall werde die EU Griechenland finanzielle Unterstützung gewähren; gegenwärtig bestehe dazu aber keine Notwendigkeit. Bevor über konkrete Maßnahmen beraten werde, müsse die griechische Regierung selbst alle Möglichkeiten der Haushaltskonsolidierung ausschöpfen. Damit hat sich mit französischer Kooperation die restriktive Linie der Bundesregierung gegen die Interessen der anderen EU-Staaten, die – wie Spanien, Portugal, Italien und Irland – mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind, durchgesetzt. Dass dennoch direkte Finanzhilfen notwendig werden könnten – zeitweise wurden 25 Mrd. Euro diskutiert – will niemand bestreiten. Das Arbeitsprogramm der Sozialistischen Positionen.
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